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International

Produktentwicklung

COR-1

Nach einer primären Schädigung des Herzmuskels werden Autoimmun-Antikörper in einer Vielzahl von Patienten mit Herzversagen gefunden. Dies ist weitgehend unabhängig von der eigentlichen Ursache der Schädigung (z. B. infektiös oder durch Durchblutungsstörungen). Diese Antikörper richten sich gegen körpereigene beta-adrenerge Rezeptoren im Herzmuskel und stimulieren diese ähnlich wie die natürlichen Hormone Noradrenalin oder Adrenalin. Dies führt zu einer chronischen Überstimulation dieser wichtigen regulatorischen Rezeptoren und nachfolgend zu einer Verdickung (Hypertrophie) des Herzmuskels, die dann in eine reduzierte Funktion des Herzen und zunehmendes Herzversagen mündet.

COR-1 ist ein zyklisches Peptid, welches die Effekte der stimulatorischen Antikörper verhindert, indem es diese bindet und neutralisiert. In Tiermodellen war COR-1 in der Lage, die Entwicklung von chronischem Herzversagen zu verhindern und sogar manifestes Herzversagen wieder nahezu vollständig zu beseitigen.

Dieses Medikament zur Therapie von chronischem Herzversagen wurde bereits in einer Plazebo-kontrollierten Studie am Menschen gestestet, und war sehr gut verträglich. COR-1 zeigte außerdem nach Gabe im Menschen Wirksamkeit zur Neutralisierung von Auto-Antikörpern gegen ß1-adrenerge Rezeptoren. Es wird jetzt in größeren Patientenstudien weiter untersucht.

Revacept (PR-15, GPVI-Fc)

Die Adhäsion von Plättchen an arterielle Gefäßläsionen hat eine entscheidende Bedeutung für den Verlauf und die Komplikationen der Atherosklerose, die zu akuten Koronarsyndromen (z. B. Herzinfarkten) und Schlaganfällen führen kann.

Revacept ist ein humanes Fc-Fusionsprotein, das lokal die Aktivierung von Plättchen verhindert, indem es an arterielle Läsionen bindet wie ein Gefäßpflaster. In Effizienzstudien wurde dadurch die Entstehung von Blutgerinnseln (Thromben) in Arterien klar verhindert. Eine systemische Beeinflussung der allgemeinen Blutstillung findet nicht statt.

Auch dieses Medikament wurde bereits in einer kontrollierten Studie am Menschen gestestet, und war unbedenklich, und wird jetzt in größeren Patientenstudien weiter untersucht. Dabei wurden alle Dosen gut vertragen, keine relevanten Nebenwirkungen traten auf. Eine spezifische und dosisabhängige Hemmung der Aggregation im Blut der Probanden wurde gezeigt. Insbesondere wurde die allgemeine Blutstillung nicht beeinträchtigt: Die Blutungszeit wurde durch Revacept nicht verlängert. Es traten keine Blutungskomplikationen und keine verringerte Plättchenzahl (Thrombopenie) auf.

 

COR-2

Während der Atherosklerose wandern Entzündungszellen (v.a. Monozyten) in die Gefäßwand und differenzieren zu Schaumzellen. Diese reichern Lipide und Cholesterin an und fördern die Entzündung in der atherosklerotischen Gefäßwand. Bestehende Therapien der Atherosklerose zielen auf die Verringerung der Cholesterinaufnahme oder -synthese (z.B. Statine). Dies ist zum einen mit Nebenwirkungen behaftet, zum anderen ist der rein Cholesterin-senkende Effekt derzeit therapeutisch nicht gesichert.

COR-2 ist ein rekombinantes Protein, das spezifisch die Entstehung von Schaumzellen verhindert. COR-2 verringert die Aufnahme von besonders reaktivem, oxidiertem LDL („oxLDL“) in die atherosklerotische Gefäßwand und verringert dadurch die lokale Entzündung. COR-2 wird zur Behandlung von Patienten mit hohem Risiko für die Komplikationen der Atherosklerose entwickelt und soll diese stabilisieren. In Atherosklerosemäusen wurde durch COR-2 das Fortschreiten einer Atherosklerose fast vollständig verhindert, und die Gefahr einer Plaqueruptur signifikant vermindert.

COR-3

Endotheliale Progenitor-Zellen wurden in den letzten Jahren als wichtige protektive Zellen beschrieben, die vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen schützen. Dementsprechend treten bei Menschen mit höherer Blut-Konzentration an solchen Zellen seltener Komplikationen dieser Erkrankungen auf.

COR-3 ist ein rekombinantes Protein, das spezifisch an atherosklerotische Plaques bindet, und dann bi-spezifisch zirkulierende Progenitorzellen an diese Stelle binden kann. Dieser Ansatz ermöglicht, die endogen vorkommenden Endothel-Progenitor-Zellen optimal für eine Abheilung von instabilen Plaques heranzuziehen, ohne dem betreffenden Patienten zusätzlich externe Zellen geben zu müssen (was ein erhebliches onkogenes Risiko darstellt).

In Modellen mit Gefässverletzung wurde ein erster Wirksamkeitsnachweis erbracht.